
In Japan werden kleine, gehäkelte Figuren – oft Tiere oder Fantasiewesen – Amigurumi genannt. Der Begriff setzt sich aus „ami“ (häkeln oder stricken) und „nuigurumi“ (Stofftier) zusammen. Wörtlich bedeutet Amigurumi also „gehäkeltes Kuscheltier“.

Amigurumi sind Teil der sogenannten Kawaii-Kultur, damit wird alles bezeichnet, was niedlich und liebevoll gestaltet ist. Typisch für Amigurumi sind ihre handliche Größe, die klaren Formen und der charmante, oft verspielte Ausdruck. Heute sind Amigurumi weltweit beliebt und stehen für liebevolle Handarbeit, Kreativität und einzigartige Einzelstücke.

Ich heiße Anna und war vor einigen Jahren nach einem Verkehrsunfall mit Schädel-Hirn-Trauma so stark eingeschränkt, dass erstmal Nichts möglich war – kein Fernsehen, keine Musik, nichts. Um trotzdem irgendetwas zu tun, hab ich mir selbst das Häkeln beigebracht. Besonders die kleinen Amigurumi-Tierchen haben es mir angetan. Damit war der Name „Annagurumi“ geboren.

Ich häkle seitdem am liebsten die sogenannten Noso-Amigurumi. Der Name Noso wird ausgesprochen wie das englische no sew, was so viel bedeutet wie „kein Nähen“. Genau das ist das besondere Merkmal dieser Amigurumi: Kopf, Körper, Arme und Beine werden in einem Stück gehäkelt, ohne dass Nähen notwendig ist.
